Innovative Behandlung

Burnout

Wenn einem der Stress über den Kopf wächst

Stress gehört zum Leben. Richtig dosiert kann sich positiver Stress (sogenannter Eustress), der nicht als Belastung empfunden wird, günstig auswirken. Ohne ihn wäre das Leben langweilig und würde keine Entwicklungsanreize bieten. Beispiele für Eustress sind ein Beruf, der einem Freude bereitet, eine bevorstehende Hochzeit oder ein Hobby. Im Gegensatz dazu wird der als belastend empfundene, negative Stress als Distress bezeichnet.

Eine Frage der Wahrnehmung

Ob eine Sache als Eustress oder Distress wahrgenommen wird, hängt vor allem von der subjektiven Bewertung durch den Einzelnen ab, ist also auch eine Kopfsache.

Dass etwas als Distress wahrgenommen wird, kann unter anderem folgende Ursachen haben:

  • Mangelnde Belohnung für einen hohen Einsatz (sogenannte „Gratifikationskrise“)
  • Das Gefühl, unfair behandelt zu werden
  • Zu wenig (gefühlte) Kontrolle über etwas
  • Ein Mangel an konstruktivem Feedback
  • Übermäßige Überwachung und Kontrolle durch Vorgesetzte
  • Eine hohe Arbeitsbelastung

Stress als Gesellschaftsphänomen

Insgesamt ist heute die Gefahr von dauerhaft zu viel negativem Stress, der zu einem Gefühl von Ausgelaugt-Sein und Erschöpfung führt, deutlich größer als früher. Dazu tragen unter anderem die Globalisierung (stärkere Konkurrenzsituation, Stellenabbau), die dauernde Erreichbarkeit und unsere moderne Leistungsgesellschaft (Erfolgsdruck) bei.


Risikofaktor Stress

Stress kann verschiedene Symptome haben. Im Körper kann er erhöhten Blutdruck, eine erhöhte Herzfrequenz, Schwitzen, einen trockenen Mund, kalte Hände und Füße auslösen. Psychisch kann Stress sich durch emotionale Erschöpfung und eine verminderte Belastbarkeit äußern.

Chronischer Stress ist ein Risikofaktor für somatische Erkrankungen wie arterielle Hypertonie, Herzinfarkt, Schlaganfall, Magengeschwüre oder eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Außerdem ist chronischer Stress ein möglicher Auslöser für psychische Erkrankungen, insbesondere Angsterkrankungen und depressive Störungen. Am häufigsten führt Burn-Out zu einer Erschöpfungsdepression.

So behandeln wir Burnout

Mit dem Stress umgehen lernen

Wir behandeln Patienten mit einer Erschöpfungsdepression in unserem Depressionssetting. Hier sind bereits viele Bausteine der „Burn-Out-Behandlung“ integriert (Achtsamkeitstraining, kognitive Therapie, Sport, soziales Kompetenztraining, ggf. auch medikamentöse Therapie beispielsweise einer Schlafstörung). Patienten mit Erschöpfungsdepression erhalten zusätzlich in einer Stressbewältigungsgruppe die folgenden Module: stressspezifische Psychoedukation, stressspezifische kognitive Therapie, Übung des leistungsfreien Genussverhaltens.